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jemanden gelange, der ihm übelwolle. Dieser Gedanke schien ihm
sehr viel Sorge zu machen.
In beklommener Stimmung traten wir den Heimweg an, und ein
diesmal wirklich rätselhafter Zufall wollte es, daß wir dicht bei
Hofmanns Wohnung Petersen begegneten. Er ging auf der anderen
Seite der Straße, warf einen scharfen Blick herüber und ging ohne
zu grüßen weiter. Hofmann hatte ihn glücklicherweise nicht
gesehen, aber ich kann nicht leugnen, daß ich mir meine Gedanken
darüber machte, und diese Gedanken waren düsterer Natur.
Es liegt nicht in meiner Art, irgend etwas leicht zu nehmen, aber
jetzt habe ich manchmal ein Gefühl, als ob alle diese Dinge doch
noch viel ernster und furchtbarer seien, als ich bisher ahnte. Ich bin
auch nicht feige, aber Petersens Blick ging mir durch Mark und
Bein. Er wird jetzt wohl denken, daß ich ganz auf Hofmanns Seite
stehe. Und wenn ich es täte, wenn ich ihm wie an diesem Morgen
mit Rat und Tat beistehe, .. wird man dann nicht auch mich mit in
sein Schicksal verwickeln?
Und noch andere bange Fragen bestürmen mich, .. ich habe viel
persönliche Sympathie für ihn. Ob er wirklich Verrat geübt hat, weiß
ich nicht zu beurteilen, und dennoch möchte ich nicht zu denen
gehören, die in dieser vielleicht noch für spätere Jahrhunderte
bedeutsamen Angelegenheit eine zweifelhafte Rolle spielen.
Selbst wenn meine eigenen Hoffnungen bei diesen letzten
Katastrophen wohl mit untergegangen sind ..
Ja .. das Kapital für die Heidenkolonie soll jetzt da sein. Aber wo
sind die Heiden? Allgemein wird die Vermutung laut, daß zuletzt nur
Hallwig und Delius übrig bleiben und den Rest ihres Lebens an
einsamen Altären vertrauern werden.
Im Mai
Mein Roman, .. ich fürchte, er wird nie geschrieben werden. Es
bedürfte wohl einer geübteren Hand als der meinen, um aus dem,
was ich hier erlebte und erleben sah, eine nur halbwegs
zusammenhängende Handlung zu gestalten. Und selbst, wenn ich
es könnte, .. es kommt mir vor, als ob der Leser sich um den
Höhepunkt der Handlung, den er doch dazu mit gutem Recht
erwartet, betrogen fühlen würde. Denn eben dieser Höhepunkt ist
nie gekommen, .. es war alles schon vorher zu Ende.
Der Höhepunkt würde fehlen, und die letzten Kapitel würden ihn
schmerzlich anmuten. Ich weiß ja selbst noch nicht, wie ich sie
überstehen soll.
Alle gehen fort, .. auch die Eckhausbewohner gedenken
Wahnmoching auf unbestimmte Zeit zu verlassen. Sie luden mich
aufs Herzlichste ein, mitzukommen, aber ich fühle nicht mehr die
Kraft dazu.
Ich weiß jetzt auch, daß Susanna mich niemals lieben wird, .. ihr
Herz wird immer irgendeinem anderen gehören. Jetzt blutet es noch
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