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Wiese liegt. Er hüllte sich dicht in seinen Mantel, der immer mehr
einer Toga gleicht, und ging verschlossen seiner Wege, als ob er zu
einer Verschwörung eilte. Man sagt, daß die beiden jetzt eine letzte
und endgültige Auslese träfen, denn das Kapital für die heidnische
Kolonie stehe ihnen tatsächlich zur Verfügung. Delius habe eine
Liste der in Betracht kommenden Teilnehmer aufgesetzt, aber
Hallwig fast alle Namen wieder gestrichen. Denn seit der Zionismus
hereingespielt hat, ist er sehr mißtrauisch und hält fast alle für
Juden, .. selbst Heinz, weil dieser sich gegen die Behandlung des
Sonnenknaben, als seines Vetters, aufgelehnt hat.
Und auch Maria ist nun gerichtet. Man stellte sie noch einmal vor
die Wahl, mit allen zu brechen, die ihre einst gepriesene heidnische
Seele gefährden, .. seien es gewesene Sonnenknaben, Verräter mit
zionistischen Tendenzen oder nur friedfertige Vampire (der Vampir
steht noch eine Stufe tiefer als der Molochitische, denn ihm fehlt die
zersetzende Kraft, dafür nährt er sich von den enormen Substanzen
anderer. So gilt zum Beispiel Willy für einen Vampir, warum weiß
niemand, und er selbst spricht nicht gern darüber. Deshalb ist auch
das ganze Eckhaus mit einbezogen).
Wir waren alle beisammen, als das Schreiben, welches diese
Bedingungen enthielt, abgegeben wurde; wir saßen dabei, während
Maria es las und Susanna über ihre Schulter mit hinein sah, denn
der Panther hatte es abgefaßt. Man hat ihm das Ressort der
Katastrophen und Brüche übertragen.
Aber Maria hatte ihren großen Moment, sie sagte, nein, das könne
sie nicht.
Dann hatten wir ihretwegen noch schwere Stunden zu überstehen.
Sie entschloß sich am Abend noch einmal zu Hallwig zu gehen und
ihn zur Rede zu stellen, so kalt und offiziell, durch einen Brief von
fremder Hand wollte sie nicht mit diesem Teil ihres Lebens
abschließen. Äußerlich war sie sehr ruhig, trotzdem fühlte man, daß
eine furchtbare Spannung in ihr war, und Chamotte erzählte uns
später, sie habe vor dem Fortgehen einen von Orlonskys
spanischen Dolchen von der Wand genommen und zu sich
gesteckt.
Gegen Mitternacht kam sie zurück, warf den Dolch auf den Tisch
und sagte: Nein .. es ist nichts daraus geworden, es war die ganze
Zeit jemand im Nebenzimmer. Und überhaupt .. man stellt sich das
doch anders vor...
Mehr erfuhren wir nicht über diese letzte Unterredung. Daß wir das
alles so selbstverständlich und ohne besondere Verwendung
hinnahmen, bei den unheimlichen Gerüchten, die seit der Affäre
Konstantin und seit den letzten Ereignissen umgehen, haben selbst
die nüchternsten Köpfe sich gewöhnt, nichts mehr für unmöglich
oder untunlich zu halten.
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