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Dichter mißbilligte es, daß ich mich darauf eingelassen. Wer an
großen Dingen teilnehmen dürfe, der müsse auch darüber zu
schweigen wissen.
Doktor Gerhard, der ebenfalls zugegen war, verteidigte mich und
meinte, man habe doch gerade zu diesem Fest alle möglichen
Fernstehenden eingeladen, von denen keine innere Beteiligung zu
erwarten wäre, und die dann vielleicht derartige Gerüchte
verbreiteten.
Die Auswahl der Gäste bleibt wohl stets dem Gastgeber
überlassen, bemerkte der Jüngling ablehnend und zupfte an seiner
kultlichen Krawatte.
Gewiß, gab ich zu, ich bitte mich nicht mißzuverstehen, .. ich
halte es eben für korrekt, bei jeder Gelegenheit für das Haus meiner
Gastgeber einzutreten.
Er zuckte die Achseln: Es tut mir leid, Herr Dame, aber auf
studentische Ehrenstandpunkte vermag ich leider nicht einzugehen.
Diese gehören der Welt des Fortschritts an, mit der wir jede
Beziehung ablehnen.
Ich hoffe, die Herren werden sich über diese Frage nicht in die
Haare geraten, sagte Doktor Gerhard mit milder Ironie. Der Dichter
lächelte herbe und hüllte sich dann in Schweigen. Die
kappadozische Dame dagegen war sehr liebenswürdig, sie ästimiert
mich anscheinend, seit ich die Panflöte geblasen habe, und fragte,
wie ich darauf gekommen sei. Ich erzählte, daß Delius uns alle
beraten, und wie er sich dann verabschiedet habe, um kosmische
Urschauer zu erleben. Dabei fühlte ich, wie ich immer mehr in ihrer
Achtung stieg, auch der Dichter wurde wieder zugänglicher.
Delius hat uns neulich eine sehr bedeutungsvolle Begebenheit
erzählt, sagte er, .. er war vor einigen Jahren in Rom ..
Ich denke, Herr Delius ist immer in Rom, warf Gerhard ein. Der
Dichter ignorierte ihn, und die Kappadozische suchte zu vermitteln:
Es ist hier wohl von dem wirklichen Rom die Rede.
Gibt es ein wirkliches und ein unwirkliches Rom? fragte der junge
Mann bitter, .. ich meinte allerdings jene italienische Stadt, die
heute noch Rom genannt wird; aber gerade, was Delius dort
erlebte, zeigt, daß immer wieder der leere Schein für Wirklichkeit
gehalten wird und tiefstes Erleben für unwahrscheinlich gelten mag.
.. Ihm, Delius, mußte das moderne Treiben an dieser Stätte wohl
vor allem verhaßt sein, und so beschloß er, seine Mahlzeiten nach
altrömischem Brauch einzunehmen. Er kaufte daher Wein und
Früchte und begab sich zur Mittagzeit, wo alles ruhte, in die
Campagna. Dort breitete er seine Vorräte auf dem Boden aus,
flehte den Segen der Götter auf sich und sein Mahl herab und wollte
eben damit beginnen, als dicht hinter ihm ein entsetzliches Gebrüll
ertönte und ein ungeheures ziegenbockähnliches Tier mit
ellenlangem, bis auf die Erde herabhängendem Bart auf ihn
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