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Dazwischen mußte ich wieder Chamotte trösten, daß ich ihn
diesmal wohl nicht gut mitnehmen könnte.
Einen Abend waren wir bei Hofmanns und halfen ein wenig bei den
Zurüstungen. Dabei ging es heiter und lebendig her, es wurden
keine dunkeln Gespräche geführt, und beide waren von einer
wirklich herzlichen, zwanglosen Liebenswürdigkeit, so daß ich mich
recht wohl fühlte. (Das dritte Zimmer stand an diesem Tage offen,
aber es war niemand darin.) Die Mädchen sprachen halb im Scherz
davon, wie ich mich mit dem Flötenblasen abmühe, man neckte
mich damit und fand es sehr anerkennenswert. Bei diesem
Gespräch sah der Professor mich zum erstenmal richtig an, und ich
hatte einen Moment das Gefühl, als verstände er vielleicht etwas
von dem, was in mir lebt, anstatt wie bisher mich einfach mit dem
Vermerk abzutun, ich sei ein wundervoller Mensch.
Dann war schließlich der Tag herangekommen, .. ich saß noch bis
zur Dämmerung zu Hause am Fenster und blies auf meiner Flöte.
Dabei kam eine ganz verträumte Stimmung über mich, ich meinte
wirklich ein Hirt zu sein, der eine antike Landschaft mit seinem Spiel
erfüllte, vielleicht auch ein geliebtes Mädchen dadurch
herbeizulocken suchte. Aber es kam kein Mädchen, es kam nur
Chamotte, um zum Aufbruch zu mahnen .. und ich war wieder Herr
Dame, der ein griechisches Kostüm trug, und den man verurteilte,
heute abend die Syrinx zu blasen.
Und ich blieb auch bei dem Fest Herr Dame...
Als Anblick und Stimmung war es schon etwas Wunderbares, ja, ich
kann wohl sagen: als wir zu früher Morgenstunde das gastliche
Haus verließen, waren auch meine Empfindungen bis zu einem
Zustand inneren Taumels gesteigert, der noch heute nicht ganz
erloschen ist. Und doch .. und doch .. ich wollte, ich wäre in der
Lage, zu behaupten, man müsse seine Feder in heidnisches Blut
tauchen, um Wahnmochinger Bacchanale zu schildern, und wenn
ich mein Buch schreibe, werde ich es wohl auch so ausdrücken.
Ich denke nach .. dort drüben am Sofa liegt noch mein Kostüm und
die Hirtenflöte .. und nun will mir wiederum scheinen, als übertriebe
ich nach der anderen Seite. Es lag doch viel heidnischer Glanz und
Schimmer über dieser Nacht .. bei einigen war es vielleicht nur
allgemeine frohe Feststimmung .. Maria, Susanna, sind sicher bei
jeder Redoute ebenso bacchantisch aufgelegt .. bei anderen wohl
auch eine tiefe Entrücktheit aus der heutigen Welt. So Delius, der
als römische Matrone in schwarzen Gewändern erschienen war; auf
dem Kopf trug er einen schwarzen Schleier, und in der Hand einen
metallenen Triangel, dem er mit einem Stäbchen melodische Töne
entlockte. Und auch bei dem Professor, der den indischen Dionysos
darstellte, in purpurrotem Gewand mit Weinlaubkranz und einem
langen goldenen Stab. Beim Tanzen raste er wild daher, und seine
Augen rollten, mir fiel auf, daß er eigentlich ein schöner Mann ist mit
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