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einmal gleichen wird. .. Und wie wir dann noch später leise aus dem
Hause schlichen, um wieder auf einen Ball zu gehen .. wie wir erst
in dem Licht und Lärm mitten unter tobenden und tanzenden
Menschen wieder richtig wach wurden und uns ganz verwirrt und
erstaunt ansahen, .. das liegt schon alles etwas traumhaft hinter mir.
In meiner Wohnung kam ich mir zuerst beinah wie ein Fremder vor,
Chamotte schlich trübselig herum und meinte, diesmal hätte ich
mich selbst verurteilt, wir hätten doch ebensogut noch länger im
Eckhaus bleiben können.
Aber ich brauchte zur Abwechslung einmal etwas Ruhe. Äußerlich
vermag ich mich schon zeitweise einem solchen Wirbel
anzupassen, aber mein inneres Leben kann ich nicht überstürzen,
das will ein stilleres Tempo und konnte nicht mehr mit.
Allerhand Briefe vorgefunden, meinem Stiefvater hatte ich noch im
Eckhaus ausführlich geschrieben. .. Er antwortete herzlich und
eingehend, wie das seine Art ist. Es freue ihn aufrichtig, daß ich
soviel mitmache und in ein etwas intensiveres Fahrwasser zu
geraten scheine, .. man sei schließlich doch nur einmal jung.
Das sagen die älteren Leute ja mit Vorliebe .. gerade solche, die
sich selbst noch immer weiter amüsieren, als ob sie zwanzig Jahre
alt wären .. und es kann mich leise nervös machen. Immer wieder
die alte Geschichte, .. es gibt Menschen, die überhaupt jung sind,
ohne Rücksicht auf die Zahl ihrer Jahre, und andere, die es niemals
sind, auch während der vorgeschriebenen Zeit nicht. Und wie es
sich bei mir damit verhält, müßte mein väterlicher Berater wohl am
besten wissen, aber er hofft wohl immer, es käme noch. Mit meinen
literarischen Absichten ist er sehr einverstanden und ermahnt mich,
den geplanten Roman nun auch wirklich zu schreiben. Wo sich hier
von allen Seiten so viel Anregung biete, müsse es doch ein leichtes
sein.
Ich aber fürchte wieder, es wird damit nicht so schnell gehen. Es
gilt, vor allem erst das Material zu sammeln und sich einen Stil zu
bilden.
Ich denke, darin wird mein Tagebuch, wie Susanna es etwas
ironisch nennt, mir gute Dienste leisten. Man gewöhnt sich daran,
alles Erlebte doppelt in sich aufzunehmen und bei allem, was man
schreibt, auf den Stil zu achten. Auch dazu hat ja mein Stiefvater
mich von jeher ermuntert .. er wies bei solchen Gelegenheiten
gerne darauf hin, daß Goethe stets Tagebücher geführt habe, und
äußerte die Ansicht, Goethe sei und bleibe doch immer das beste
Vorbild für jeden jungen Deutschen.
Ähnliches hört man wohl öfter sagen, und ich kann mir nicht helfen
.. ich sehe darin eine gewisse Arroganz der älteren Generation. Man
hilft uns nicht zu leben, sondern begnügt sich damit, uns auf große
Vorbilder hinzuweisen und dann zu hoffen, daß etwas
Außerordentliches aus uns wird. Was sollen mir derartige Hinweise?
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