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Glacéhandschuhe, die Susanna ihr heute morgen gegeben, liegen
auf dem Tischchen am Bett.
Allmählich wird es Nachmittag, und Susanna erscheint mit Tee und
Brötchen. Ihr Lächeln ist heute etwas resigniert:
Onsky hat Migräne, sagte sie, und steht nicht auf. Da werden wir
wohl heute und morgen fasten müssen. Ich glaube, es ist am
besten, wenn wir nachher unsere Kostüme wieder anziehen und
heute abend auf den Gauklerball gehen. .. Die anderen wollen wir
gar nicht erst wecken, das Weitere wird sich hier dann schon
irgendwie entwickeln, sie seufzte ein bißchen .. ach Gott, es ist
wirklich keine Kleinigkeit, wenn die Verantwortung für so vieler
Leute Wohlergehen auf einem ruht.
Ermattet legt sie sich auf die Polster in die Nähe des Ofens, schließt
die Augen und scheint in eine Art Halbschlaf zu versinken. Willy und
ich sprechen mit gedämpfter Stimme weiter .. hier und da ermuntert
Susanna sich ein wenig, beteiligt sich am Gespräch oder langt nach
ihrer Teetasse. Unvermerkt geraten wir wieder auf die heidnischen
Ideen und ihre Verwirklichung in unserer heutigen Welt. Ich erzähle
von meiner nächtlichen Unterhaltung mit dem Herrn im Frack.
Ach, der Georg, .. sagt Willy .. er möchte sie immer noch gerne
heiraten, und ich nenne ihn den standhaften Zinnsoldaten .. Maria
ärgert sich darüber, aber sie hat immer einen oder den anderen
Zinnsoldaten, als Gegengewicht oder zur Erholung von ihrer
heidnischen Betätigung.
Ein Wort gab das andere, und ich erkundigte mich mit
größtmöglicher Diskretion, ob es etwa Marias Kind sei, das hier im
Hause wohne. Susanna hatte gerade einen wachen Moment und
richtete sich halb auf.
Aber ich bitte Sie .. das ist doch meins...
Ihres?...
Ja, natürlich .. wußten Sie das nicht?
Woher sollte ich das wissen, das Kind ist einfach da, und man hat
niemals davon gesprochen, wem es gehört.
Marias Kind .. ja, Maria ist ein komplizierter Fall .. erläuterte Willy
dann weiter, Sie müssen wissen, .. in Heidenkreisen hatte man
schon lange die Frage aufgeworfen, wie es mit der Vereinigung von
Mutterschaft und Hetärentum stände .. beides natürlich in
möglichster Vollendung gedacht .., aber die Beobachtung an
lebenden Objekten war immer ziemlich ungünstig ausgefallen. Die
Mädchen, die als Hetären in Betracht kamen, hatten eben keine
Kinder und waren froh, daß sie keine hatten. Andere wünschten
sich wohl Kinder, strebten dann aber nach Heirat und gaben das
Hetärentum auf. .. Nun tauchte Maria hier in aller Fröhlichkeit mit
ihrem Lebenswandel und einem Baby auf. Durch ihr bloßes Dasein,
in dem sie unbewußt, aber mit 'königlicher Selbstverstandlichkeit' ..
so sagt man dort .. ihren heidnischen Instinkten nachgelebt hatte,
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