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die steht auf einem ganz anderen Blatt .. und wenn ich sie einmal
finde... ..
Dieser Konstantin ist wohl das indiskreteste Wesen, das man sich
vorstellen kann, er erzählt alles wieder, was er sieht, hört, miterlebt,
und es hat den Anschein, als ob seine Freunde ihn alles hören,
sehen und miterleben lassen.
Susanna behauptet, sie merkten es gar nicht oder fänden es enorm,
daß er gar nicht begriffe, was Diskretion sei. Man bewundere nur
die Anmut und heidnische Schamlosigkeit, mit der er seine oder
anderer Erlebnisse zum besten gebe.
Nun, ich will gerne einräumen, daß der Junge viel Charme hat, ich
mag ihn recht gerne. Aber trotzdem berührt es mich nicht gerade
angenehm, wenn er mir mit strahlender Miene erzählt, daß andere
Leute mich für einen Dummkopf halten. Ich wurde sogar etwas
ärgerlich und sagte, daß Heinzens böse Zunge mir schon von der
Schulzeit her bekannt wäre .. worauf er ebenso strahlend bemerkte,
ja, ihm auch, denn Heinz sei sein Vetter, und sie ständen sich sehr
nahe.
Eigentlich kann es mir ja ziemlich gleichgültig sein, .. für einen
bedeutenden Menschen halte ich mich wirklich selber nicht, aber ich
verstehe und begreife vielleicht doch mehr, als Heinz annimmt.
Sonst würde der Philosoph sich wohl auch schwerlich so viel Mühe
mit mir geben .. er selbst steht den Dingen ja sehr skeptisch
gegenüber, aber ich habe mehr und mehr das Gefühl, daß es sich
hier doch um große Ideen und tiefe Lebenserkenntnis handelt. Es
sind unter diesen Menschen zweifellos einige ungewöhnliche
Intelligenzen, und sie wollen das Leben auf eine ganz neue und
schönere Art gestalten. Und wenn ihnen das gelänge, wäre es
immerhin etwas Großes .. ich würde mich auch, soweit es in meiner
Kraft steht, gerne daran beteiligen. Ich liebe wohl das
Konventionelle in allen äußeren Dingen und möchte nicht gerne
darauf verzichten, aber wer weiß, ob nicht doch ein Fond von
Heidentum in mir steckt. .. Zum mindesten scheint mir, ich bin jetzt
doch auf dem Wege, in das geistige Leben dieses Vororts
einzudringen und seinen inneren Zusammenhängen näher zu
kommen.
Die letzte Woche bin ich ganz im Eckhaus geblieben. Susanna
verurteilte mich dazu; sie meinte, ich müsse etwas aufgeheitert und
von meinen Grübeleien abgelenkt werden.
Es war wieder ein ganzes Romankapitel, aber ich weiß es noch
nicht anzufügen. Man kann doch nicht jedes Kapitel mit einem
Karnevalsfest beginnen lassen .. das kommt mir unkünstlerisch vor.
Wollte man sich genau an die Wirklichkeit halten, so scheint
allerdings bei den Eckhausleuten ein jedes nicht nur mit einem Fest
anzufangen, sondern auch damit zu enden.
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