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Da liegt nun eine Schwierigkeit, über deren Lösung ich mir noch
nicht klar bin: kann ich dem Leser, der vielleicht nur persönliche
Erlebnisse und Schicksale erwartet oder wünscht .. zumuten, sich
mit mir in diese seltsame und umfangreiche Gedankenwelt zu
vertiefen? .. Ich denke eigentlich: ja; und wer nicht dazu gewillt ist,
der möge das Buch ruhig aus der Hand legen oder es mit einem
anderen vertauschen. Denn es wird ihm sonst, ebenso wie mir,
nicht möglich sein, die Menschen und Begebenheiten in diesem
außerordentlichen Stadtteil richtig zu verstehen.
Ja, und einstweilen muß es wohl noch dahingestellt bleiben, ob ich
selbst dieser schweren Aufgabe gewachsen bin.
Anmerkung
Wir nehmen an, daß Herr Dame die einliegenden, anscheinend aus
seinem Notizbuch kopierten Blätter, gemeint und nur seine Absicht,
sie in das Tagebuch einzutragen, aus irgendeinem Grunde nicht
ausgeführt hat. Verfahren Sie bei einer eventuellen Veröffentlichung
damit, wie Sie es für gut halten .. vielleicht erscheint der Inhalt
Ihnen, sowie etwaigen Lesern, leichter verständlich als uns.
Nachtgespräch mit dem Philosophen in der Jahreszeitenbar.
Am 5. Februar 19
Das Souper war vorzüglich, der Philosoph bei guter Laune und ich
fühlte mich allmählich wieder frisch und aufnahmefähig. Als wir
dann beim Kaffee saßen, begann Sendt mit jener wohlwollenden
Heiterkeit, die ich so sehr an ihm schätze:
Nun, lieber Dame, worüber wünschen Sie jetzt belehrt zu werden ..
der heutige Jour war ja einigermaßen reichhaltig und stellte wohl an
den Laien ziemliche Anforderungen... ..
Ich dachte nach, mir schwirrte wieder alles bunt durcheinander ..
wieso Luther ein Jude sein sollte .. und Blutleuchte .. dieses
wunderbare, suggestive Wort wollte mich gar nicht wieder loslassen
.. ja, und die blaue Blume des Tiberius .. und kosmisches Erlebnis ..
mir fiel wieder ein, daß die kappadozische Dame damals auch ihren
Traum einen kosmischen genannt hatte.
Nur Mut, und alles hübsch der Reihe nach, sagte der Philosoph.
Haben Sie etwas davon behalten, was ich Ihnen kürzlich über die
Substanzentheorie des Herrn Delius gesagt habe, und erinnern Sie
sich noch an die Geschichte von dem Psychometer und dem Ring
des Meisters?
Ja, ich erinnere mich.
Also .. das dürfen Sie nun vor allem nicht verwechseln. Bei dem
Psychometer handelt es sich um die Seelensubstanzen des
einzelnen, die unter anderem an seinen Gebrauchgegenständen
haften bleibt. Zum Beispiel Adrian, den Sie auch kennen, besitzt
einen Lehnstuhl von einer Großmutter, den er als gespenstisch
empfindet, weil die Substanz der Verstorbenen ihm wahrscheinlich
noch anhaftet. Ist er abends alleine in seinem Zimmer, so wird er
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