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werden. Aber bisher habe er sich seine Chancen immer wieder
durch irgendeine Unvorsichtigkeit verdorben.
Ich fand ihn sehr liebenswürdig .. munter und gesprächig .. und er
hat wohl auch Herz. Auf dem Wege zum Fest saß ich mit ihm und
Maria im Fiaker. Sie dachte noch über meinen Namen nach, und wir
sprachen darüber. Ich sagte, daß ich Chamotte beneide .. wie
fröhlich und selbstverständlich kann einer durch die Welt gehen,
wenn er so gerufen wird; er tut sich leicht mit seiner Biographie.
Chamotte, .. das klingt so, als ob ihm die reifen Früchte von selbst
aus den Bäumen herabfallen müßten .. und obendrein ist es nicht
einmal sein wirklicher Name.
Adrian nahm den Zwicker ab und sann nach, dann schlug er vor,
mich Monsieur Dame zu nennen. Er selbst wolle den Anfang
machen, und es würde sich dann gewiß rasch einbürgern. .. Wir
schüttelten uns herzlich die Hände.
An dem Abend allerdings nützte es nicht viel, denn wir gerieten
unter lauter Bekannte, und die kappadozische Dame, die sich
meiner vom Jour her erinnert, fing gleich an zu fragen. Ich machte
ihr rasch einige Komplimente über ihr kappadozisches Aussehen,
und dann ließ sie mich gar nicht mehr los .. ob ich das auch fände ..
und wie ich darauf käme .. es sei wirklich wunderbar.
Ach Gott, was geht mich die kappadozische Dame an .. ich möchte
meinen Roman schreiben, und es ist doch nicht so einfach, wie ich
dachte. Das bunte Treiben im Eckhaus .. der Kreis .. die Enormen ..
aber mir fehlt einstweilen noch der Faden, die durchgehende
Handlung, oder wie man das nennt. .. Und ob es angeht, einen
ganzen Roman so zu schreiben, wie ich das erste Kapitel
angefangen habe .. ich fürchte, es gibt ein zu rasches Tempo. Man
müßte wohl für jede Gruppe einen besonderen Stil anwenden ..
darüber werde ich Doktor Gerhard oder Adrian noch zu Rate
ziehen. Und vieles wird mir der Philosoph erklären müssen.
Das Fest an sich wäre wohl besonders schwierig zu schildern, denn
für mich war es ein unbeschreibliches Durcheinander von
Menschen, Kostümen, Musik, Lärm, einzelnen Vorfällen,
Gesprächen und so weiter. Ich bin auch kein Karnevalmensch, wie
man hier sagt. Ich trinke wenig, tanze nicht und bin froh, wenn man
mich möglichst in Ruhe läßt.
Durch die kappadozische Dame kam ich an den Hofmannschen
Tisch. Ab und zu erschien Susanna und setzte sich neben mich.
Das war mir ein Trost, .. ich hätte mich sonst wieder recht ratlos
gefühlt. Ich dachte, man würde sich gemessen und weihevoll
benehmen, und es machte mich stutzig, daß der Professor als
Teufel verkleidet war und in wilden Sprüngen tanzte. .. Gott, das ist
wohl begreiflich, ich hatte noch nie einen Professor in rotem Trikot
gesehen. Eine Anzahl Jünglinge bildeten einen Kreis um ihn .. ich
glaube, es würde ein Walzer gespielt, aber niemand kümmerte sich
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