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Es war die Rede von Menschen im allgemeinen, von ihrem Wesen,
und worauf es dabei ankäme. Der Professor sagte etwas überstürzt
und definitiv:
Auf die Geste kommt es an. .. Die jungen Herren, es waren zwei
oder drei .. nickten bedeutungsvoll zustimmend, und die ältere
Dame aus dem Café .. die kappadozische .. die ich gleich
wiedererkannt hatte .. sagte lebhaft:
Ich hätte gedacht .. in erster Linie auf die Echtheit des
Empfindens.
Empfinden ist immer echt, bemerkte Hofmann wieder sehr
definitiv, so daß man nicht anders konnte als ihm beistimmen. Aber
Gerhard, der jetzt wieder neben dem Tisch stand und ein Bild
betrachtete, warf milde ein:
Nun, das kann man doch nicht so ohne weiteres hinstellen, .. es
gibt wohl auch leere und bedeutungslose Gesten, die durch das
Empfinden nicht gerechtfertigt werden. Und ich meine, man darf
nicht so schlechthin von der Geste sprechen.
Worauf die Frau des Hauses förmlich triumphierend meinte:
Nun, worauf es ankommt, ist eben der Stil.
Gewiß, aber nicht jeder, korrigierte ihr Mann und sah etwas
beleidigt aus. .. Die Geste ist überhaupt die geistleibliche Urform
alles Lebens, und der Rhythmus der Geste ist der Stil.
Die anderen hörten ganz begeistert zu, und die Kappadozische
äußerte:
Das haben Sie wieder ganz wunderbar gesagt.
Gerhard räusperte sich ein paarmal, als ob er nicht ganz
einverstanden wäre, dann brach er auf, und ich schloß mich ihm an.
Zum Herrn des Hauses sagte er noch:
Lieber Professor, ich hoffe, mein junger Freund wird noch öfter
Gelegenheit finden, mit Ihnen zusammenzukommen.
Der Professor schüttelte mir wiederholt die Hand und sah mich ganz
zerstreut an. Als wir hinausgingen, sagte er halblaut zu Gerhard:
Ihr Freund ist ein wundervoller Mensch.
Warum wohl .. ich hatte den ganzen Abend kaum zehn Worte
gesagt und das meiste, was sie sprachen, nicht verstanden, zudem,
wie Gerhard mir nachher sagte, einen schweren Fauxpas
begangen, indem ich der Frau Professor sagte: ich sei sehr
begierig, den Meister kennen zu lernen. .. So etwas dürfe man nicht
tun, .. es wäre eine Art Gotteslästerung. Er pflege sich im dritten
Zimmer aufzuhalten, und nur, wer würdig befunden sei, würde ihm
vorgestellt; zum Beispiel jener verklärte Jüngling, der vorhin leise
mit der Hausfrau sprach und dann plötzlich verschwand. .. Das
gehöre eben auch zur Geste.
Geste .. Geste .. was soll man darunter verstehen .. wie war es
noch? .. die geistleibliche Urform alles Lebens. Hier wird ja
überhaupt so viel vom Leben gesprochen, und immer so, als ob es
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