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entfliehen .. ich bin wohl dazu verurteilt, und der Gedanke gibt mir
meine innere Ruhe etwas wieder.
Doktor Gerhard rät mir ja immer wieder, ich solle etwas schreiben ..
jeder Mensch habe einiges zu sagen und müsse, was er erlebt, in
irgendeiner Form nach außen hin gestalten. .. Wenn es auch nur
wäre, um meinem Stiefvater Vergnügen zu machen, er hat ja schon
immer gemeint, ich hätte ein gewisses Talent dazu. .. Und er ist
gewiß aufrichtig, denn er hält sonst nicht übermäßig viel von meiner
Begabung.
Ich weiß nicht recht .. einstweilen mache ich mir Aufzeichnungen
und Notizen, besonders wenn ich mit dem Philosophen zusammen
bin.
Da war der Abend mit Heinz Kellermann und seinen Freunden. Der
eine mit dem scharfen Gesicht sah fast wie ein Indianer aus. Als ich
das sagte, wurde Heinz ganz ärgerlich und behauptete, er sei doch
blond, dunkelblond wenigstens und ein absolut germanischer
Typus. Es gab eine förmliche Diskussion darüber, aus der ich
entnahm, daß sie die blonden Menschen mehr ästimieren als die
dunklen, und daß das irgendeine besondere Bedeutung hat.
Es war auch ein junges Mädchen dabei .. eine Malerin .., das
übrigens ausgesprochen schwarzes Haar hatte, aber ich wagte
keine Bemerkung darüber, denn mir schien, daß sie der
Unterhaltung etwas deprimiert zuhörte, und ich muß gestehen, ich
freute mich zum erstenmal darüber, daß ich blond bin.
Im ganzen hatte ich aber wieder das Gefühl, nicht recht
mitzukönnen. Ich weiß nicht, ob man diese Ausdrucksweise
eigentlich geschraubt nennen kann, aber sie kommt einem
manchmal so vor, und man muß sich erst daran gewöhnen.
Was meinen sie zum Beispiel damit: man müsse einen Menschen
erst erleben, um ihn zu verstehen?
Heinz machte manchmal ganz treffende Bemerkungen .. das kann
er überhaupt sehr gut .., und dann hieß es:
Heinz, Sie sind enorm.
Nach dem Tee setzte man sich auf den Boden, das heißt auf
Teppiche und Kissen. Heinz machte die Lampe aus und zündete in
einer Kupferschale Spiritus an .. warum auch nicht .., es gab eine
schöne blaugrünliche Flamme. Aber dann stand die Malerin auf und
hielt ihre Hände darüber, man sah nur die schwarze Gestalt und die
Hände über der Spiritusflamme, die in dieser Beleuchtung ganz
grünlich aussahen.
Und nun waren alle ganz begeistert und sagten wieder, das sei
enorm. Um auch irgend etwas zu sagen und mich gegen das
junge Mädchen höflich zu zeigen, meinte ich, dieses offene Feuer in
der Schale habe etwas von einem alt-heidnischen Brauch. Das war
nur so hingesagt, weil mir nichts anderes einfiel, aber sie sahen sich
bedeutungsvoll an, als ob ich einen großen Ausspruch getan hätte,
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