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Freunde mitbringen. Als Ellen gegen Abend in ihrem Zimmer war
und ihren Koffer packte, brachte das Dienstmädchen ihr einen Brief
herauf - darin lag eine Karte mit Versen:
Fahr' wohl, mein Lieb, der Abend graut -
Fahr' wohl, wir müssen uns trennen.
Das Scheiden ist ein bittres Kraut,
Von heißen Tränen ist's betaut
Und seine Blätter brennen.
Dort drüben am Meer eine Weide steht -
Die Äste hängen hernieder -
Ein Blatt sich wirbelnd zur Erde dreht,
Wer weiß, wohin es der Wind verweht:
Zurück kehrt's nimmer wieder.
Schau' mich noch einmal lächelnd an,
Das will ich zum letzten bitten.
Du hast mir viel zulieb getan
Und treulich wollt' ich zu dir stahn -
Die Welt hat's nicht gelitten.
Drum fahr' wohl, Ellen, fahre wohl.
Das Glück mög' dich geleiten.
Seit unsrem Abschied, das weißt du wohl,
Ist Leon toller noch wie toll.
Er kann das Scheiden nicht leiden.
Und in ganz kleiner Schrift am Rand: Als traurigen Abschiedsgruß
von deinem traurigen Leon.
Ellen saß auf dem Koffer, die Karte in der Hand, und sah abwesend
vor sich hin. Wehmütig lockend zog es wieder an ihr vorüber, die
ganze frohe Zeit - sein Lachen - die Sommernachtsstunde vor dem
Wirtshaus.
Dann hörte sie unten die Haustür gehen und viele Stimmen
durcheinandersprechen. Lisa rief, und sie mußte hinuntergehen.
Das Zimmer sah festlich aus mit Blumen und Weinranken und den
grünen Römern auf weißgedecktem Tisch. Detlev ging herum,
stellte sich vor und machte die Honneurs. Er umarmte Reinhard
halb im Scherz als Schwager.
Daß ihr euch verlobt habt - richtig verlobt. - Ich finde, Ellen ist ganz
aus der Rolle gefallen - aber ich bin sicher, sie kommt doch mit
einem Skizzenbuch unter dem Arm zur Trauung. Und jetzt wollen
wir eine gehörige Orgie feiern, um der Sache etwas von ihrem
Spießbürgertum zu nehmen. Nicht wahr, Lisa?
Ja, wenn Detlev Olestjerne nur Weingläser sieht, ist ihm jede
Familienfeier recht, sagte die. Ellen war dem Bruder von Herzen
dankbar, daß er mit seiner gewohnten Lebhaftigkeit alle ins
Gespräch zog und immer wieder zum Lachen brachte, während sie
sich um den Tisch sammelten, anstießen, einer von Reinhards
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