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Dann sprangen sie wie bei Ellens erstem Auftreten mitten in das
Schiff hinein, während das Wasser von ihren Kleidern niederrann.
Ihr beiden, sagte der Regierungsrat und wiegte seinen schon
etwas grauen Kopf hin und her, was schaut ihr euch denn so an?
Gebt euch doch lieber einen Kuß. - Was soll nur aus dir werden,
Leon, wenn du sie nicht mehr hast?
Uns hat Gott geschieden, sagten sie einstimmig in feierlichem Ton
und küßten sich vor aller Augen.
Während der langen Heimfahrt senkte sich allmählich eine matte
Stimmung über die sonst so unermüdlich frohe Gesellschaft. Einer
nach dem andern suchte sich einen bequemen Platz auf der Bank
oder am Boden und schlief ein. - Der Schiffer legte die langen
Ruder aus, um dem schwachen Wind nachzuhelfen - bei jedem
Schlag leuchteten die durchschnittenen Wellen in grünlichem
Schimmer auf, und von den Rudern rann es wie flüssiges,
vielfarbiges Silber. Ellen saß mit Leon beim Steuer, er hatte sie in
einen großen Mantel gewickelt und hielt sie an sich gedrückt wie ein
kleines Kind. Sie sahen dem Meerleuchten zu und sprachen leise
miteinander.
Erst nach Mitternacht kamen sie heim, einige zogen sich gleich
zurück, um zu schlafen, die andern gingen durchfroren und in ihren
nassen Kleidern zur Strandhalle. Sie alarmierten das ganze Haus,
gingen selbst in die Küche, wirtschafteten am Schenktisch herum
und deckten im großen Saal den Tisch. Wer wollte wohl an Schlafen
denken, heute mußte noch bis zum Morgen gefeiert, Kälte und
Müdigkeit weggejubelt werden. Und sie feierten und jubelten, und
die Wellen der Freude gingen immer höher. Nach Tisch setzte
Harry, der Opernsänger, sich ans Klavier und raste wilde
Tanzmelodien herunter, die andern tanzten um die Tische, durch
den Saal und zur Tür hinaus durch die Straßen. Mit gefüllten
Gläsern klopften sie an die Fenster derer, die schon zur Ruhe
gegangen waren und ließen nicht nach, bis sie wieder herauskamen
und mittaten, meist in wunderlichen Kostümen, Schlafröcken oder
rasch übergeworfenen Mänteln. Hier und da öffneten sich auch
noch andere Fenster, und scheltende Stimmen wurden laut, denn in
dieser Nacht kam keiner von den Badegästen zu einer ruhigen
Stunde Schlaf.
Zwischendurch fanden Ellen und Leon sich auf der Bank vor dem
Hause zusammen.
Küsse mich, Kind, bat er immer wieder, nur heute, nur heute
noch, - laß morgen morgen sein.
Und sie sagte nicht mehr nein.
Liebst du ihn denn wirklich so? fragte er. Ja; und sie glaubte, daß
sie sehr glücklich mit ihm sein würde. Ach, wie können wohl zwei
Menschen auf die Länge glücklich miteinander sein! Ellen wußte,
daß er verheiratet war, und hörte nachdenklich zu, wie er darüber
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