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dabei - wieder etwas, das sich von ihr loslöste, und es schien ihr
eine ewige Wiederholung, daß sie Liebe wollte und Liebe nahm und
im Grunde doch immer nur an sich selbst dachte - geliebt sein
wollte, aber ohne etwas dafür hinzugeben.
Nun lag auch das hinter ihr, das letzte, was sie an die
Vergangenheit band.
Jeden Sonntag fuhr sie in die Stadt zu Reinhard und wohnte
jedesmal in demselben Hotel, das seiner Wohnung gegenüberlag.
Die Leute kannten sie schon und lächelten, wenn Ellen mit ernster
Miene ein Balkonzimmer nach Norden verlangte. Reinhard holte sie
von der Bahn mit seinem übermütigsten Gesicht, und sie drängten
sich zusammen durch das sonntägliche Gewühl, um in den Wald
hinauszukommen.
Draußen in ihrem Badeort lebte Ellen anfangs ganz für sich allein.
Ihr war, als ob das Leben jetzt Flügel bekommen hätte, die sie
hintrugen, wo es schön und sonnig war. Malen, den ganzen Tag
malen, oder ein Boot nehmen, stundenlang auf den Wellen
umhertreiben, ohne sich um Zeit und Stunde zu kümmern, mit dem
wundervollen Gefühl, daß kein Mensch auf der weiten Welt ihr mehr
dreinredete.
An ihrem Mittagstisch waren meist langweilige Ehepaare und
einzelne Damen, dann kam noch ein älterer, kränklicher Herr dazu,
mit dem Ellen bald Freundschaft schloß. Er wußte die ganze
Gesellschaft durch seine bissigen Bemerkungen und schlimmen
Witze in Spannung zu halten - und sah aus wie ein kranker Teufel
mit dem spitzen, grauen Bart und den verglasten, fahlen Augen.
Aber Ellen konnte ihn gut leiden und stimmte zum Entsetzen der
übrigen in seinen Ton ein, sie genoß es wie einen Triumph, wenn
die ganze Tafelrunde sich still oder laut empörte. Er fragte die
jungen Frauen, wie viele Kinder sie hätten, schlug dann die Augen
zum Himmel und legte seine Hand auf die Ellens.
Haben Sie gehört? - Fünf Kinder! - Sehen Sie, ich wollte Ihnen
schon einen Antrag machen, aber so weit brächten wir es nimmer -
ich habe höchstens noch zwei Jahre zu leben.
Nein, dieser Zynismus geht doch zu weit, sagte eine behäbige,
blonde Witwe, nachdem er fort war. Sie sind noch so jung und
können das nicht so verstehen, aber auf solche Scherze sollten Sie
wirklich nicht eingehen.
Und nun erhoben sie alle ihre warnenden Stimmen sie fanden es
schon lange befremdlich, daß Ellen so allein stand, und hätten sie
gerne etwas unter ihr schützenden Flügel genommen.
Bald darauf fehlte er bei Tisch.
Wo ist Herr Markus? fragte Ellen.
Krank - besuchen Sie ihn doch! klang es im Chor in einer Tonart,
die deutlich sagte: Sie werden doch nicht...
Ja, das ist wahr, wo wohnt er denn?
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