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ausgegangen, sie saß ganz allein in einer Ecke und sann Rache.
Sie war wütend auf Detlev, der nie den Mund halten konnte - und
daß immer alles Schöne verboten war - und Mama - nicht einmal
die Hunde bekamen so viel Prügel. - Mama hatte wohl die Hunde
auch viel lieber.
Das war nicht mehr auszuhalten, ihr Gesicht glühte vor Zorn und
Aufregung. Immer nur Schelte und Schläge - nein, sie wollte lieber
fortlaufen, gleich morgen früh fortlaufen. Und dann malte sich Ellen
aus, wie sie immer den Deich entlang gehen würde, der sich so
endlos in die Ferne schlängelte. Denn da mußte es hinausgehen in
die Welt. - In eine große Pappschachtel packte sie ihre liebsten
Sachen zusammen, um sie auf der Flucht mitzunehmen. Dann
dachte sie wieder an die Akrobaten, sie hatte Geschichten gelesen
von Zigeunern, die Kinder raubten und zu Kunststücken abrichteten.
Die würden sie gewiß mitnehmen, und was für ein wundervolles
Leben müßte das sein, ohne Stunden und Eltern und
Gouvernanten. Dazwischen fiel ihr plötzlich ein, was Lise vom
Teufel erzählt hatte: wer sich ihm verschrieb, dem konnte er alles
verschaffen, was er sich nur wünschte.
Es wurde Abend, die alten Marmorreliefs am Kamin schimmerten
matt durch die Dämmerung, aber heute fürchtete Ellen sich nicht.
Sie saß tief in Gedanken und rang mit einem großen Entschluß.
Schließlich suchte sie sich einen von ihren schönsten bunten
Briefbogen aus der Schublade, ging damit ans Fenster, wo es noch
etwas hell war, und verschrieb sich dem Teufel mit Leib und Seele,
wenn er ihr helfen wollte, zu den Zigeunern zu kommen. Ellen
steckte den Brief in ein Kuvert und legte ihn oben auf das
Kaminsims, dann ging sie verstockt zu Bett. Das Fortlaufen wollte
sie nun einstweilen noch aufschieben.
Als sie ein paar Tage später nachsah, war der Brief verschwunden,
der Teufel hatte ihn also wohl gefunden und mitgenommen. - Ellen
erschrak furchtbar, ihr Trotz war inzwischen schon wieder etwas
abgesunken, aber nun gab es keine Rückkehr mehr.
Die Mutter und Fräulein Anna waren in der folgenden Zeit
manchmal der Verzweiflung nahe, denn mit Ellen war nichts mehr
anzufangen, sie wurde von Tag zu Tag ungezogener. Wozu sollte
sie sich jetzt noch Mühe geben, wenn sie doch dem Teufel gehörte.
Sie wartete nur darauf, daß er sich irgendwie betätigen würde, und
fühlte sich einsam und verwegen, als ob die ganze Welt gegen sie
stände. Inzwischen überfiel sie manchmal eine furchtbare Angst -
wenn er nun kam und sie holte, wenn er jetzt auf einmal hinter der
Tür herausschaute! Ellen wagte kaum mehr, durch ein dunkles
Zimmer zu gehen. Wenn sie ihre Aufgaben lernte, sah sie nach der
Uhr: bis dahin muß ich fertig sein, sonst kommt er. Sie zählte im
Gehen Pflastersteine, Treppenstufen, Korridorfliesen und gelobte
sich, nur auf jede vierte zu treten, dann sollte er keine Macht mehr
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