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Dann geben Sie mir die Hand, und wir wollen sehen, was unser
Schicksal für Sprünge macht.
Wer soll Sprünge machen? fragte Lisa zerstreut, die zufällig das
Wort aufgefangen hatte und etwas in Angst vor Ellens plötzlichen
Extravaganzen lebte. Aber dann merkte sie es nicht einmal, daß
keine Antwort kam - denn eben war eins von den Pferden in die
Knie gestürzt.
Die andern lachten und sahen sich verwirrt an, darunter zitterte
schwerer Ernst. Ellen hatte ihre Hand auf die Banklehne gelegt und
Reinhard behielt sie fest in seiner, während sie jetzt wie gebannt
das Rennen verfolgten und das Schicksalspferd ein Hindernis nach
dem andern nahm, einen Augenblick zurückblieb, sich bäumte,
zauderte und dann wieder allen vorankam.
Dann zitterten sie beide, als die Ellen Siegerin blieb, eine Welle
von murmelnder Aufregung durch die Zuschauer lief und Lisa sich
atemlos zurücklehnte. -
Und nun folgte eine Zeit, wo sie nur von ihrer Liebe und von hellem
Sommerjubel wußten, nur daran dachten, daß das Leben ihnen jetzt
zusammen gehören sollte wie eine endlose Reihe von
schimmernden Morgen ohne dumpfe Mittagsstunden und
wehmütiges Abenddämmern. Ellen konnte es manchmal kaum
begreifen, daß sie so rasch alles Schwere, was hinter ihr lag,
überwinden konnte, aber es schien ihr, als wäre jahrelanges
Vergessen dazwischen.
Auf Reinhards Wunsch sollte sie jetzt noch eine Zeitlang an die See
gehen, damit sie in seiner Nähe bliebe.
Ich kann dich doch nicht hergeben, sagte er. Nachher in München
verschlingt dich die Arbeit, und wir sehen uns lange nicht wieder. So
kannst du dich auch noch einmal ganz ausruhen.
Sie lagen zusammen im Wald, die Sonne flimmerte durch das helle
Unterholz, die Stadt und die Menschen schienen so weit fort.
Ja, mit vollen Kräften möchte ich auch an die Arbeit kommen, wenn
ich endlich komme. Was für Jahre habe ich schon verloren.
Hast du jetzt an Allersen geschrieben? fragte Reinhard, und sie
wurde etwas verlegen.
Nein, aber in den nächsten Tagen - sowie ich dort draußen bin.
Es muß geschehen - Ellen, manchmal begreife ich dich nicht recht.
Er muß doch erfahren, daß du ihm nicht mehr gehörst.
Ach - das weiß er schon lange - er hat die ganze Zeit nur hier und
da ein paar flüchtige Worte von mir - und es ist so schwer.
Was ist schwer?
So über einen Menschen hinwegzugehen. Ihm plötzlich sagen:
Alles ist aus. Das quält mich dann wieder, und ich möchte jetzt an
nichts Quälendes denken.
Reinhard richtete sich auf, und sie sah jetzt, daß er ernstlich
unzufrieden war: Nein, Ellen, darin mußt du noch anders werden,
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