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Ellen Olestjerne

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„Ja, vorläufig muß ich das wohl noch,“ sagte Ellen, „aber nur für die paar Monate, bis ich das Geld bekomme. Es ist so viel, daß ich ungefähr ein halbes Jahr davon leben kann; und um das Weitere ist mir nicht bange. Wenn ich nur erst in München bin. Ob Sie sich denken können, Reinhard, was für mich davon abhängt? Ich könnte alles einschlagen und niedertreten, wenn ich nur malen darf.“ „Ich glaube, dazu neigen Sie überhaupt, wenn sich Ihnen etwas entgegenstellt.“ „Ja, sehen Sie, es ist eine ganz dumme Redensart: man kann nicht mit dem Kopf durch die Wand. Ich schwöre darauf, daß man doch durchkann, und wenn ich wüßte, hinter der Wand ist das, was ich haben will, würde ich immer dagegen rennen. Entweder komme ich durch, oder mein Kopf geht kaputt. Darauf kommt es nicht an.“ Reinhard Laurenz lachte, aber im Grunde kam es ihm ernst vor. In Ellen sah er immer noch ein halbes Kind, von dem man nicht weiß, wie es sich entwickeln wird, und manchmal wachte in ihm der Wunsch auf, ihr Leben in die Hand zu nehmen und es ihr zu gestalten. Spät abends brachte er sie nach Hause und sie küßten sich zum Abschied vor der Tür. „Vergiß nicht, daß ich dein Freund bin,“ sagte er leise; „und wenn -. Ich möchte jetzt nicht noch mehr Verwirrung in Ihr Leben bringen, Ellen, aber wir wollen uns wiedersehen.“   „Papa liegt im Sterben - Detlev.“ Ellen war kaum acht Tage in ihrer neuen Stellung und lag frühmorgens noch im Bett, als man ihr das Telegramm brachte. - Alle andern Gedanken loschen aus wie von einem dumpfen, schweren Schlag, sie starrte nur auf das Papier hin, und erst als jemand an die Tür klopfte, begriff sie: ihr Vater lag im Sterben, und sie war weit fort. Gegen Mittag saß sie in der Bahn, um heimzufahren. Alles, was zwischen ihr und den Ihren lag, schien ihr wie weggewischt und vergessen, und das Heimweh hämmerte in ihr wie schmerzende Herzschläge. Es wurde Nachmittag, dann sank die Julisonne langsam nieder, und der Abend kam, die Nacht. Ellen lehnte die Stirn gegen die kühlen Fensterscheiben: ob er noch leben würde, wenn sie kam? Nun war es zehn Uhr, noch eine halbe Stunde, sie kannte jede kleine Station, ihr war, als ob ein innerer Krampf sich löste und die Wirklichkeit wieder zurückkam in langsamen Wellen. Der Zug fuhr in die Halle - er war fast leer, nur wenige Menschen stiegen aus. Ellen sah ihren jüngsten Bruder auf dem Perron stehen neben Annita Allersen - die beiden wußten, daß sie kam. Dann kam jemand auf sie zu, ein breitschulteriger Mann mit dunklem Bart. Es war ein Freund ihrer Eltern - Pastor Bern - den sie früher immer den Hauskaplan genannt hatten.
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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