Title:

Ellen Olestjerne

Home
Publication List
deutsch
  
ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012 
 
|<< First     < Previous     Index     Next >     Last >>|
  Wir empfehlen:       
 

„Ich wollte ihr wünschen, daß sie endlich was fände,“ sagte die Freundin. „Das arme Kind, sie hat wirklich keine frohen Jahre hinter sich und gehört so sehr zu denen, die das Leben mit Jubel genießen möchten.“ „Glauben Sie eigentlich, daß sie diesen Allersen liebt?“ „Ach,“ Lisa machte ein Gesicht, „lieben - Ellen tut mit ihm, was sie will, und das ist ihr ganz bequem. Er hat gar kein Rückgrat - ich glaube auch nicht, daß die Geschichte noch lange dauert. Ich habe schon oft beobachtet, daß sie ganz ungeduldig wird, wenn ein Brief von ihm kommt.“ Dann trennten sie sich. Ellen machte ihre ernsthafte Gouvernantenmiene - sie hatte sich ihr Benehmen für solche Fälle mit vieler Mühe einstudiert - zurückhaltend, liebenswürdig, bescheiden - und möglichst weltgewandt. Jede Bewegung mußte sagen: ich bin allem gewachsen, verlangt, was ihr wollt. Innerlich kämpfte sie mit einer fast unbezähmbaren Lachlust - ihr zukünftiger Brotherr hatte sie am Bahnhof abgeholt. „Wo wünschen Sie abzusteigen?“ Das wußte sie nicht, da sie hier ganz unbekannt war. „Dann haben Sie wohl nichts dagegen, mit in mein Hotel zu gehen?“ „O nein, gewiß nicht.“ Als sie im Wagen saßen, fragte er rasch: „Es ist Ihnen doch nicht unangenehm, wenn ich Sie als meine Frau einschreibe - nur um alles Auffallende zu vermeiden.“ Es kam ihr etwas seltsam vor, aber sie fand es ganz lustig und dachte, es sei am besten zu tun, als ob alles ganz selbstverständlich wäre. Dann hatte er ein Zimmer mit Salon genommen und ließ das Abendessen heraufbringen, und jetzt saß sie mit dem wildfremden Mann, der etwas gebrochen deutsch sprach, beim Souper. Er war groß und brünett, sehr elegant und sehr aufmerksam. Als was mochte er sie wohl engagieren wollen? - Er fragte nach allem, was sie gelesen hätte, wofür sie sich interessierte, sprach über Kunst und Bücher. Als der Kellner wieder hereinkam, duzte er sie - sie galt ja für seine Frau - und darüber fiel Ellen plötzlich aus ihrer Würde und fing an zu lachen. „Gott sei Dank,“ sagte er, als sie wieder allein waren, „Sie können also doch lachen. Mir war schon angst, daß Sie immer so ein feierliches Gesicht machten.“ Darauf ließ er Sekt und Zigaretten bringen, sie unterhielten sich immer lebhafter, und es wurde ziemlich spät. Ellen saß in einem bequemen Lehnstuhl und fühlte sich sehr wohl. Dann fiel ihr wieder ein, weshalb sie hier war, und sie entschloß sich jetzt endlich nach ihrer künftigen Stellung zu fragen. „Ach, davon können wir morgen noch sprechen.“
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
|<< First     < Previous     Index     Next >     Last >>| 

Back to the topic sites:
CopyrightedBy.com/Startseite/Genres/Romane
CopyrightedBy.com/Startseite/Autoren/R
CopyrightedBy.com/Startseite/Autoren/R/Reventlow

External Links to this site are permitted without prior consent.

Publication List:
Herrn Dames Aufzeichnungen
   
  Home  |  deutsch  |  Set bookmark  |  Send a friend a link  |  Impressum