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förmlich gefeiert, die Mutter war stolz, daß Ellen eine gute Note
hatte, und Papa legte ihr die Hand auf den Kopf und sagte:
Jetzt hast du mir eine wirkliche Freude gemacht.
Die Brüder waren zu den Osterferien gekommen - so war es einer
von den seltenen ungetrübten Abenden, wo sie alle um Papas Tisch
saßen mit Wein und Gelächter.
Ellen konnte heute mitstimmen, ohne einen bösen Blick von der
Mutter zu bekommen, es schien, als ob man sie jetzt zum erstenmal
anerkannte, zum erstenmal mit ihr zufrieden war.
Ihr selbst war nicht ganz wohl dabei - die dachten jetzt nicht daran,
daß es doch nur ein kurzer Waffenstillstand sein konnte. Wenn sie
wüßten, wie es in Wirklichkeit um Ellen stand, daß sie innerlich
schon lange draußen auf hoher See trieb und wohl nie mehr den
Weg zurückfinden würde -.
Der Frieden dauerte denn auch nicht lange, in den kurzen Wochen,
die sie noch zu Hause blieb, fing es immer von neuem an zu
gewittern. Die Eltern lebten in beständigem Mißtrauen: wo steckt
Ellen nur wieder?, was treibt sie? - wenn sie den halben Tag
verschwunden war, um mit einer Freundin, die am
entgegengesetzten Ende der Stadt wohnte, zu modellieren, oder mit
einer anderen Französisch zu treiben. Konnte man denn auf Schritt
und Tritt hinter ihr stehen und ihr das bißchen Verkehr mit jungen
Mädchen verbieten?
Und Ellen nahm jetzt alles auf die leichte Achsel und baute nur auf
den Zufall, der sie nun schon jahrelang vor Entdeckung beschützt
hatte. Was lag auch jetzt noch daran, wenn das Pulverfaß
explodierte? So führte sie ein förmliches Abenteuerleben; solange
Allersen noch Ferien hatte, schlich sie sich frühmorgens aus dem
Hause, um ihn zu treffen, lange, ehe die andern aufstanden, und
manchmal auch abends, wenn man sie im Bett glaubte. Und
drunten am Hafen hatten sie eine stille Bierstube entdeckt, wo sich
die Reste des Ibsenklubs und allerhand neu hinzugekommene
Bekannte versammelten, während am andern Tisch die
Schiffskapitäne Karten spielten.
Dann war Allersen fort - auf Ellens Sommerfahrt wollten sie sich
wiedertreffen.
Am letzten Tage, als ihre Koffer schon gepackt standen, begegnete
sie dem Versucher, den sie jetzt auch wieder öfters sah. Es war
allmählich eine Art frivoler Kameradschaft zwischen ihnen
geworden, sie gingen zusammen ins Café, lachten, spielten eine
Zeitlang mit dem Feuer und trennten sich dann wieder. Ellen ließ
sich auch heute wieder mitziehen in das Bahnhofsrestaurant, wo
nachmittags die bekanntesten Lebemänner der Stadt saßen und
durch die Glasscheiben des runden Erkers die Vorübergehenden
kritisierten.
Das ist nun das letztemal, sagte Ellen.
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