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Ellen Olestjerne

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Da stand sie auf dem hellgetünchten Vorplatz und sah auf das weiße Porzellanschild. Aber er war nicht da - verreist - Freitag käme er wieder. Langsam ging sie die Straße hinunter - es losch etwas in ihr aus - der große Augenblick war vorbei - verfehlt. Statt dessen kam Ernst Allersen selbst am nächsten Tag, es hatte ihm keine Ruhe gelassen. - Er wohnte im Hotel, um seiner Familie und allen Bekannten auszuweichen. Ellen stand erst kalt und feindselig in der Tür, aber er stürzte auf sie zu, riß sie an sich mit so viel Angst und Liebe, daß sie ganz erschüttert war, machte ihr keine Vorwürfe: sie sollte nur sein bleiben, nicht mit ihm spielen. Und sie wurde weich gestimmt, wie immer, wenn sie Liebe fühlte - es kam etwas von dem alten Gefühl für ihn wieder. Sie sagte zu allem ja - er sollte ihr nur nicht wieder mit Rechten und Verpflichtungen kommen, das reizte sie dann gerade, das Gegenteil zu tun. Und schließlich war sie wieder im Recht und er hatte sie gekränkt. Allersen blieb noch einen Tag, und sie kam frühmorgens ins Hotel, statt zur Schule zu gehen. Er schlief noch, und Ellen setzte sich zu ihm auf das Bett - sie waren wieder ganz versöhnt. Langsam zog er sie immer dichter an sich, löste ihr die Haare auf - Schritt für Schritt kamen sie dem Geheimnis näher, das ihnen beiden noch fremd war. Aber dann schraken sie doch wieder zurück. - Sie hätte lieber alles vergessen wollen, aber wenn sie darüber nachdachte, kamen ihr wieder all die bangen Bedenken - all die unsichere Angst. - - Ein Kind - dann wäre alles für sie vorbeigewesen, alle Pläne, ihre Kunst, die Freiheit, die nun immer näher kam. - Im letzten Grunde war es ja auch nur das, was sie dem anderen gegenüber zurückhielt - sie wußte etwas und wußte doch nichts und konnte sich nicht entschließen, zu fragen - da lag immer noch ein Rätsel und niemand löste es ihr. Die Examenangst trieb eine Zeitlang alles andere in den Hintergrund. Ellen saß ganze Nächte lang und lernte. Dies Letzte mußte nun noch durchgehalten werden, und dahinter stand die Freiheit, endlich die Freiheit. Den Sommer über wollte sie wie gewöhnlich eine Verwandtenreise machen und dann mit Sturm die Entscheidung herbeiführen. Ließ man sie nicht freiwillig gehen, so würde sie es erzwingen, Lehrerin werden und Geld verdienen. Der häusliche Himmel hatte sich wieder etwas aufgehellt, die Eltern waren aufgeregt über den Ausgang der bevorstehenden Prüfung und aus Sorge um Ellen, weil sie blaß und überarbeitet aussah. Dann war es vorbei, und Ellen konnte zuerst kaum begreifen, daß sie wirklich gut durchgekommen war. Aus dem grauen Schulhaus stürzte sie in den Frühlingsabend hinaus und schleuderte ihre Bücher auf die Erde, daß die Blätter flogen. - Zu Hause wurde sie
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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