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Ellen Olestjerne

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jauchzend hintaumeln in namenlose Lust, das versengende Feuer löschen in berauschter Raserei, sich selbst vernichten, sterben, vergehen in Wollust. Da half keine Arbeit, und wenn sie sich noch so hartnäckig auf die Bücher warf, - immer wieder tauchte sein Gesicht zwischen den Zeilen vor ihr auf, und das rote Glühen fing wieder an. Der Kopf sank auf die Bücher nieder, die Augen zu und träumen, träumen, bis sie verstört auffuhr und wieder versuchte zu arbeiten und alles von vorne anfing. Hatte er, der Versucher, nicht recht, daß er sie auslachte mit ihrer gewollten Treue und mit ihren Wahrheitsprinzipien? 'Eine Stunde nur,' so redete er zu ihr, 'und nachher vergessen, was geschehen war - was niemand weiß, ist so gut wie ungeschehen.' - Nein, nein, dann würde alles aus sein und sie den einzigen Menschen verlieren, der ihr gehörte. Sie mußte an ihm festhalten, sonst ging es hinab in unabsehbare Tiefen. So schrieb sie an Allersen, erzählte ihm alles, jedes Wort, jedes Zusammentreffen. Darüber kam es zu blutigen Auseinandersetzungen, die sie reizten und verstimmten. Dann kehrte Ellen den Spieß um und überzeugte ihn, daß er ihr unrecht täte. Der Versuchung ins Auge sehen und sie überwinden, sei bessere Treue, als ihr aus dem Wege gehen, und sie wollte sich und ihm nur beweisen, wie stark sie sei. So endigte es damit, daß er sie beinahe um Verzeihung bat, sie fühlte ihre Macht über ihn und daneben eine leise Spur von Geringschätzung. Dann traf sie den anderen wieder, diesmal bei hellem Tag. Sie gingen zusammen durch stille Seitenstraßen, und an einer Ecke blieb er stehen. „Eine Stunde nur, du süßes Weib - nur eine Stunde -“   „Gott, ich kann ja nicht...“ „Ihre Augen haben längst ja gesagt, und wenn Sie schweigen, sagt Ihr Mund auch ja. - Aber, comme vous voulez - Samstag bin ich den ganzen Nachmittag zu Hause und erwarte Sie.“ Nachher saß sie an ihrem Schreibtisch vor der Arbeit - ihre Gedanken drehten sich wie im Wirbel. Sie schrieb einen raschen, abgerissenen Brief an Allersen - „Es hilft doch alles nichts - ich will nicht mehr. Du mußt mich lassen, mir meine Freiheit geben.“ Seine Antwort kam und sprach von Rechten - Verpflichtungen: „Ich verlange von Dir -.“ Als Ellen den Brief gelesen hatte, warf sie ihn in die Schieblade und ging hinunter. - Schweigend wie immer saß sie mit ihren Eltern am Tisch - die litten auch alle unter ihr. Das Familienleben war im letzten Jahr immer trostloser und verbitterter geworden - nur noch ein schweigender Kampf aufs Messer. Nachher suchte Ellen einen Vorwand, um auszugehen, und dann geradenwegs zu ihm, der sie erwarten wollte. Sie wußte jetzt seinen Namen und seine Wohnung.
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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