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Ellen Olestjerne

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„Wir haben uns wohl beide verändert,“ sagte Ellen schließlich.   „Fühlst du das auch, Ellen?“ Es klang fast bewegt, und sie wußte mit einemmal, daß sie nicht lügen und schweigen konnte. „Friedl, ich muß dir etwas sagen - du hast dich in mir getäuscht - -“ „Ellen,“ sagte er sehr ernst, „wir haben uns wohl beide getäuscht. Es ist mir eine Erleichterung, daß du das auch empfindest. Wir waren töricht, uns aneinander zu binden, ehe wir das Leben kannten und uns selbst. Eine schöne, wunderbare Zeit ist es gewesen, wie wir beide sie vielleicht nie wieder erleben werden - aber sinnlos, sie festhalten zu wollen, wenn wir beide fühlen, daß sie vorbei ist.“ Die Fremdheit schwand, sie konnte ihm jetzt alles sagen. „Ja, siehst du, halb und halb hab' ich mir auch das gedacht. Und dann ist ja auch alles gut, nicht wahr, und wir können ohne alle Bitterkeit scheiden. Ich hatte so viel Sorge um dich, - aber er wird dir ein besserer Halt sein wie ich.“ Sie küßten sich noch einmal an der Stelle ihrer einstigen Liebesstunden. Dann ging Ellen allein hinunter an den Hafen, da klammerte sie sich mit beiden Armen an einen von den Kaipfosten, sah auf das schimmernde Wasser hinaus, und die Tränen liefen ihr übers Gesicht. Jetzt hatte sie zum erstenmal erfahren, daß etwas vergehen kann, woran man einst mit ganzer Seele hing. Sie sah ihr erstes Frühlings-Kinderglück zerbrochen, die Blüten verweht und die Morgenfrische hin. Und was nun folgte, war kein Frühling mehr. Schwüle Sommerwinde strichen über sie hin und rüttelten wach, was noch in ihrer Seele geschlafen hatte. - Begehren, Verlangen, alles, was sie bisher nicht verstanden hatte. Als der andre erfuhr, daß sie jetzt losgelöst war, riß er sie an sich, als wollte er sie zermalmen. „Jetzt bist du mein.“ Es war eine fortwährende zehrende Unruhe, bis sie sich wiedersahen, und waren sie zusammen, so schüttelte er sie durch, in verwirrenden, heißen Liebkosungen, die Ellen noch neu waren - brennend süß und beängstigend. Friedl und sie hatten sich nur geküßt wie zwei Kinder. Aber im letzten Grunde war immer eine leise Enttäuschung, etwas wie Ernüchterung mitten im Taumel. - Dieser Mensch, mit seiner hohen Stirn und den unergründlichen Augen war ihr als etwas Überirdisches erschienen - er sollte nur in Wolken wandeln - der zweite Zarathustra sein - sollte schweigen, als ob er keine gewöhnlichen Worte reden könnte. So hatte sie ihn früher gesehen - sie konnte nichts Menschliches an ihm ertragen. Als sie ihn das erstemal essen sah, war es wie eine zerstörte Illusion, das hatte sie sich nie vorstellen können, daß er aß, trank, zu Bett ging, wie alle andren Menschen.
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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