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Ellen Olestjerne

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ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012   ISBN: 3423050012 
 
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leichter ums Herz. Ein Jahr - nicht mehr ganz ein Jahr, mein Gott, Friedl, was ist das für ein Gedanke. Wenn sie mich nur nicht vorher noch aus dem Seminar hinauswerfen; es ist meinen Eltern neulich erzählt worden, daß ich schlechte Bücher und Ansichten verbreitete. Übrigens schwänze ich oft die Stunden und rudere statt dessen auf dem Wasser hinter der Bendstraße. Einmal bin ich auch heimlich zu Lisa Seebald gefahren, es sind ja nur zwei Stunden. Sie hat eine entzückende Wohnung und sagte, wenn der Krach mit zu Hause einmal käme, könnte ich bei ihr wohnen, so lange ich wollte. Meine Sünden sind überhaupt Legion - ich bin tief gesunken, seit Du und Detlev mich nicht mehr bewacht. Soll ich Dir auch noch beichten, daß ich neulich mit Elfriede Liemann auf einem Sonntagstanz gewesen bin, wo wir mit Soldaten und Arbeitern tanzten? Wir standen an der Fähre und bekamen solche Lust, als wir die Musik hörten. Elfriede und ich sind übereingekommen, wenn alle Stränge reißen, als Kellnerinnen nach Berlin zu gehen, um mit euch zusammenzusein. Schüttelst Du nun auch den Kopf und sagst wie mein Vater: „Was soll aus dir werden, wenn du dich nicht zügeln lernst?“ Ja, was soll aus mir werden, das denke ich auch manchmal.   Übrigens bin ich viel mit Ernst Allersen zusammen, wir gehen fast jeden Morgen vor meinen Stunden am Hafen herum. Der Verkehr mit ihm ist mir sehr viel, und ich brauche jemand, mit dem ich reden kann. Weißt Du noch, wie Detlev ihn immer den zweiten Zarathustra nannte, ich muß oft daran denken. Wir gehen meist schweigend nebeneinander, oder ich erzähle ihm von meinem Leben, und er rollt nur die Augen und sagt: „Ja, ja.“ - - Wieder ist mein Brief liegen geblieben, aber heute muß ich mich zu Dir flüchten, um wieder zur Besinnung zu kommen. Vorgestern hat sich der junge Rehmer erschossen, Du hast ihn doch bei uns gesehen - er war erst sechzehn Jahre alt. - Ich hab' ihn gesehen, da ich gerade mit einer Bestellung hingeschickt wurde, und den ganzen Tag konnte ich diesen Anblick nicht mehr los werden - das blasse Gesicht mit dem Tuch um die Stirn. Statt zur Schule zu gehen, nahm ich mir ein Boot und war den ganzen Nachmittag auf dem Wasser - der Himmel war so trübe und bleigrau, und ich konnte immer nur an den Tod denken und - wenn dieses Kind den Mut hatte, warum kann ich ihn dann nicht auch finden? Es wäre ja das beste, die Erlösung von allem. Jetzt bin ich am Fenster bei dem schwülen Maiabend und möchte vergehen vor Weh. Du schriebst mir das letztemal, ich sollte mir vor allem Lebensmut und Freude bewahren. - Glaubst Du denn, ich habe noch eines von den beiden? Nein, es ist nur noch eine verzweifelte Zähigkeit, das Letzte durchzuhalten. Und warum muß das Leben gerade mich so drücken, gerade mir alles nehmen, alles versagen?
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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