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sie draußen auf freiem Feld, weit fort von allen Menschen. Friedl
saß am Grabenrand. Ellen lag mit dem Kopf in seinem Schoß und
sah in sein Gesicht und in den Mond hinauf.
Beide waren still und traurig, ihnen war so schwer ums Herz, und
die tiefe, stille Einsamkeit erfüllte sie mit Bangen.
Warum sind wir uns doch so fern bei aller Liebe, kam es plötzlich
über Ellen, so ganz anders sollten wir zusammengehören, und
wenn auch mein Leben zerbräche, was liegt daran. Sich einmal
ganz gehören, und dann sterben und vergehen.
Es ging ein Zittern durch ihre Seele und durch ihren Körper, und sie
glaubte es auch in ihm zu fühlen. Vielleicht ahnte er, was sie
dachte, denn er sagte plötzlich: Ellen, laß uns gehen, und beugte
sich dann zu ihr nieder. Sie umarmten sich lange, lange. - Es war
wohl das letztemal vor seiner Abreise.
Schweigend trennten sie sich vor ihrem Haus. Drinnen saß Detlev
bei der Lampe.
Gott sei Dank, daß du da bist, es ist gleich Mitternacht. Ihr seid
doch wahnsinnig unvorsichtig.
Ellen antwortete nichts, sie warf sich aufs Bett und weinte: Wie soll
ich es aushalten, wenn ihr fort seid.
3. April
[]Bis zum letzten Augenblick hoffte ich noch, Dich am Bahnhof zu
sehen, aber Papa schickte mich auf halbem Weg zurück, ich wollte
nicht erst bitten und ging bei dem tollen Schneegestöber langsam
nach Hause, mir war bei jedem Schritt, als ob ich es nicht mehr
ertragen konnte, ich hatte nur den einen wilden Wunsch,
hinzustürzen und Dich noch einmal zu sehen. Dann war ich in
Detlevs Zimmer, und da fühlte ich erst ganz, was ich verloren habe,
wie ich auf Schritt und Tritt nach ihm rufen werde. - Die Hälfte von
mir selbst ist fort, er war ja immer neben mir. Hüte ihn mir gut,
Friedl, es ist mein Bestes, was Du mitnimmst. Ich kann mir selbst
unsre Liebe ohne ihn nicht denken.
Aber Du sollst kein Wort der Klage von mir hören - all die
gewesenen glücklichen Stunden kann uns niemand mehr nehmen.
Und jetzt bleibt uns die Arbeit an uns selbst und für das spätere
Leben. Wenn auch jeder seine Schule alleine durchmachen muß -
es ist doch immer im Gedanken an den anderen.
Leb denn wohl, Geliebtester, ich will Dich und mich nicht weich
machen - den Kopf oben behalten, sonst schlägt es über mir
zusammen. Leb wohl.
12. Mai
Du schreibst jetzt so selten - es fehlt Dir doch nichts, oder bummelt
ihr so viel? - Wenn ich doch einmal mittun könnte.
Nun seid ihr schon so lange fort, und ich vergrabe mich ganz in
Arbeit. Ich will das Examen doch schon übers Jahr machen, die
Lehrer haben mir selbst dazu geraten, und seitdem ist mir etwas
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