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Ellen Olestjerne

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War Ellen dann endlich entlassen, so ließ die Mutter einen Augenblick ihre Näherei sinken und seufzte: „Es ist doch wirklich ein Kreuz mit dem Kind!“ Gegen Ende des Sommers wurde der fünfzehnjährige Kai schwer krank. Die Mutter war Tag und Nacht bei ihm, und die andren Kinder bekamen sie kaum mehr zu sehen. Marianne mußte für den Haushalt sorgen, und so gab es einmal wieder Freiheit, denn diese hatte alle Hände voll zu tun und konnte sich nicht viel um die Kleinen kümmern. Während dieser Zeit schlief auch Ellens Unterricht fast ganz ein, statt dessen entstand ein erbitterter Wettkampf zwischen Erik und ihr, wer die schönsten Teufel zeichnen könnte. Da kam eines Tages Mariannes Freundin Hedwig Janssen dazu, die eine Pastorentochter war, und sagte mit ihrer etwas heiseren Stimme: „Du solltest doch den Kindern verbieten, immerfort Teufel zu malen, ich finde es wirklich nicht recht.“   Marianne verbot es, und nun hatte das Zeichnen allen Reiz verloren. Abends lag Ellen lange wach im Bett, drüben am Tisch saß das Kindermädchen und nähte. „Du, Lise, wer ist eigentlich der Teufel?“ „Warum willst du das wissen?“ „Weil Hedwig gesagt hat, es wäre nicht recht, wenn wir ihn immer zeichneten.“ Lise versuchte ihr zu erklären: Ein böser Geist, von dem alles Schlimme herkam und der große Macht besaß. Das Kind setzte sich im Bett auf und horchte gespannt. Zuletzt erzählte Lise ihr die Geschichte von einem Mann, der sich dem Teufel verschrieben hatte mit Leib und Seele. Dafür bekam er alles, was er wollte, aber zuletzt, als er sterben sollte, erschien der Böse, um ihn zu holen, und er mußte mit in die Hölle. „So, aber jetzt sollst du schlafen, Ellen.“ Kais Krankheit dauerte sehr lange, und selbst die Kleinen fühlten die trübe, lastende Stimmung, die über dem ganzen Hause lag. Sie suchten sich alles mögliche auszudenken, was ihm Freude machte, denn sie hatten ihn alle sehr lieb. Kai wollte Naturforscher werden, sein ganzes Zimmer war voll von Steinen, Schmetterlingen, ausgestopften Vögeln, und hinten im Garten stand ein verdorrter Baum, wo er tote Tiere für seine Skelettsammlung aufhängte. Was die Geschwister jetzt an verendeten Katzen, ertränkten jungen Hunden und anderem Getier fanden, kam an den Baum, und sie freuten sich heimlich auf die Überraschung, wenn er wieder aufstand. Aber Kai stand nicht wieder auf... die Großen wußten es schon lange, daß er sterben mußte. Mama war blaß, sie hatte tiefe Ringe um die Augen und schalt nicht mehr so viel, und der Vater sprach kaum ein Wort.
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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