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Sie begriff doch nicht recht, daß ihr Mann sich so leicht loslöste, es
wie eine Befreiung empfand, wie einen neuen Lebensanfang, von
hier fortzukommen.
Marianne saß mit ineinandergelegten Händen und sah nur ihren
Vater an - er war grauer geworden in den letzten Jahren, die Stirn
noch höher und gefurchter, aber heute schien er ihr so verjüngt. Sie
wußte am besten, wie er sich von jeher hinausgesehnt aus diesem
engumschlossenen Leben, in das die Verhältnisse ihn gegen seine
Neigung hineingezwungen hatten.
Durch die offne Tür sah man in den Weihnachtssaal, die Lichter
waren längst heruntergebrannt, das Silber auf den Tannen
schimmerte matt im Dunkeln.
Ihr lacht ja heute gar nicht, sagte der Freiherr auf einmal, was ist
denn in euch gefahren? Sonst mochte es ihm manchmal zu viel
werden, wenn seine junge Schar bei jedem vernünftigen Gespräch,
bei jeder ernsten Lektüre unweigerlich im Chor losplatzte,
besonders an Festtagen, wenn die Bowle auf dem Tisch stand.
Aber er vermißte doch etwas, wenn sie so unnatürlich ernst waren.
Aber sie saßen alle und dachten, daß diese Weihnachten nun die
letzten in der alten Heimat wären, da wollte kein Gelächter in Gang
kommen.
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