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Ellen Olestjerne

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Empfindung geteilt, seit sie denken konnten. Sie wußten es nicht zu fassen, daß sie jetzt voneinander gerissen wurden, daß wirklich einmal der letzte Tag käme. Aber er kam und er ging vorüber - am Abend sollte Ellen mit ihrer Mutter abreisen. Nach Tisch schlichen sich die beiden Jüngsten hinauf in die alte Kinderstube. Beim Essen hatten sie Wein bekommen, ihre Köpfe brannten, - so hielten sie sich lange umschlungen und weinten ihre bittersten Tränen. - Zwei Jahre - zwei endlose Jahre voneinander getrennt sein und lernen müssen, gequält werden, - sie fühlten beide, daß etwas Unwiederbringliches vorüber war und nie wiederkommen würde. Als man sie rief, kamen sie mit roten, verschwollenen Augen. Dann gingen alle zusammen an die Bahn. Vor den anderen weinten sie nicht mehr und küßten sich nicht. Detlev stand mit zusammengebissenen Zähnen abseits von den Geschwistern auf dem Perron und ließ keinen Blick mehr von Ellen, bis der Zug mit ihr und der Mutter in die weite Marschebene hineinfuhr.   „Ellen Olestjerne soll hereinkommen.“   Sie kam, machte die drei vorschriftsmäßigen Knickse - einen an der Tür, dann in der Mitte des Zimmers, wo die großen Blumen im Teppich waren, und den letzten, als sie vor der alten Dame stand. Die Pröpstin des freiadligen Stiftes zu A … saß an ihrem Schreibtisch. Sie war schon über sechzig Jahre alt und kannte keine Ruhestunden. Ihr strenges, wie in Stein gehauenes Gesicht mit der hohen, blanken Stirn hatte einen Zug von eiserner Energie - sie hielt sich sehr gerade, nur in der weißen schmalen Hand, die auf der geschnitzten Stuhllehne lag, war etwas von der Müdigkeit des Alters. „Was sind das für Sachen, Ellen? Du hast Hedwig Vogt ins Gesicht geschlagen?“ „Ja, weil sie mich geärgert hat, das lasse ich mir nicht gefallen.“ Die Pröpstin faßte Ellen ums Handgelenk und führte sie ans Fenster, wo es etwas heller war. „Vor allem, mein Kind, mäßige dich in deiner Art zu reden.“ Ellen wollte etwas sagen, aber sie kam nicht zu Wort, die gestrenge Stimme sprach immer weiter mit ihrem harten, scharfklingenden S. „Es schickt sich überhaupt nicht, so aufzubrausen. Mit solchem Benehmen kommst du mir hier nicht durch, Ellen. Wenn du meinst, daß dir unrecht geschieht, kannst du zu mir kommen und dich beschweren. Ihr seid keine Gassenjungen.“ „Ich wollte, ich wäre einer,“ fuhr Ellen endlich dazwischen. Sie war empört, daß sie sich nicht selbst ihrer Haut wehren sollte. „Was sagst du da?“ die Stimme wurde immer strenger und das S immer schärfer. „Nimm dich in acht, Ellen, ich weiß, wes Geistes Kind du bist. Deine Mutter hat mit mir gesprochen, und wenn ich
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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