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Kinder, tausend Dinge, die täglich zu tun und zu überlegen waren
und ihr beständig im Kopf herumgingen. Seit ihre Älteste erwachsen
war, hatte sie nun wenigstens jemand, mit dem sie das alles teilen
und beraten konnte, während sie des Vormittags im Garten saßen,
Wäsche ausbesserten oder Obst zum Einkochen schälten.
Wenn nur das Heu von den Strandwiesen hereinkäme, ehe es
wieder Regen gab und alles zugrunde ging wie im vorigen Jahr -
Gott weiß, der Vater hatte diesen Frühling schon genug Ärger
gehabt; das durfte nicht noch dazu kommen. Wie lange würde sich
Nevershuus überhaupt noch halten lassen, bei all den mißlichen
Verhältnissen.
Ach Mama, sagte dann wohl Marianne in ihrer ruhigen Weise,
quäl' dich doch nicht darum, es hat ja noch Zeit bis zur Heuernte.
Aber die Mutter war schon längst wieder bei anderen Gedanken -
ob Marianne meinte, daß das neue Kindermädchen zuverlässig sei?
Ellen und Detlev waren in letzter Zeit gar so unbändig, und sie hatte
jetzt doch nur die beiden Kleinen zu hüten. Und wie würde es Erik
nun wohl auf der Schule gehen - mit Kai wollte es ja immer noch
nicht recht vorwärts, und vor allem war seine Gesundheit eine
rechte Sorge. Ja, Sorgen überall, und Sorgen mußten ja sein. Es
war ein Wort, das die Freifrau häufig gebrauchte, und wenn sie
dabei angekommen war, konnte sie so aus tiefster Seele heraus
seufzen Dann fiel ihr plötzlich wieder ein, daß sie versäumt hatte,
irgend etwas anzuordnen, und sie ging mit ihrem raschen Schritt ins
Haus hinein, um es nachzuholen.
Manchmal seufzte Marianne dann im stillen mit: die Mutter ließ sich
und anderen wenig Ruhe, und ihre rastlose Lebhaftigkeit hatte
beinahe etwas Aufreibendes - es war keine Kleinigkeit, ihr immer
das Gleichgewicht zu halten, besonders, wenn sie sich in Taten
umsetzte. Mochten nun die Dienstboten etwas versehen haben, die
Jungen mit schlechten Zeugnissen heimkommen, oder die Kleinen
irgendein Unheil anrichten - immer war es Marianne, bei der sie
Zuflucht suchten, die alles ausgleichen und vermitteln sollte. So
atmete sie meist erleichtert auf, wenn der stürmische Vormittag
vorüber war und die Mutter sich nach Tisch mit einem Buch ins
Wohnzimmer zurückzog. Für Marianne kamen dann die besten
Stunden des Tages, wo sie dem Vater bei seinen Schreibereien
half, oder ihn bei seinen Rundgängen auf dem Gut begleitete.
Auch die jüngeren Geschwister wußten diese häusliche
Nachmittagsruhe nach Kräften zu genießen. Es war die Zeit, wo sie
ungestört allen möglichen verbotenen Unternehmungen nachgehen
konnten - den alten Gärtner drüben im Nebenhaus besuchen, wo
sie Kaffee bekamen und an seinen langen Pfeifen rauchen durften,
oder die Dorfkinder, die schon lange wartend am Gitter standen,
hereinlassen und mit ihnen am Graben Brücken bauen und Schiffe
schwimmen lassen. Das Kindermädchen hatte noch zu tun, und
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