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Ellen Olestjerne

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„Du hast gut reden,“ sagte Ellen geärgert, denn Detlev wollte Philosoph werden und große Werke schreiben. Das war in ihren Augen kein Kunststück, und sie fand es sehr langweilig. Die Herbsttage kamen, im Garten wurde es feucht, alles versank in welken Blättern, und der Sturm riß große Äste von den Bäumen. Die Kinder gingen nur noch engumschlungen und waren traurig - ihnen war zumut, als ob eines von ihnen sterben sollte. An Geerds letztem Tage rissen sie die Hütten und den Mohutempel nieder und versenkten ihren Götzen in den Graben - mit bittrer Wehmut - was sollte das alles jetzt noch? Und dabei kam es ihnen vor, als ob sie seit dem letzten Jahr unendlich viel älter geworden wären. Gegen Abend gingen sie zusammen hinauf, um Geerds Sachen aus der Kinderstube zu holen. Während Detlev noch im Zimmer kramte, standen die beiden andern Hand in Hand auf der Diele neben der großen Stehuhr, die immer so unheimlich laut tickte und beim Schlagen wie ein Uhu heulte. Es war schon halbdunkel. Ellen sah nur Geerds weißen Strohhut und seine weiten, schwarzen Augen, sie sehnte sich heimlich danach, ihm um den Hals zu fallen und ihn viele Male zu küssen, fand aber nicht den Mut dazu. Dann kam Detlev und sie begleiteten ihren Freund zum letztenmal durch den dunklen Rittersaal, die Treppe hinunter und über den Hof bis zur ersten Laterne. Die Geschwister wohnten nebeneinander und die Tür zwischen ihren Zimmern stand immer offen. Wenn sie im Bett waren, kam die Mutter heraus und betete mit ihnen. An diesem Abend konnte Ellen kaum ein Wort herausbringen und war in Todesangst, daß Mama böse würde. Die sagte aber nur: „Ich finde es auch schade, daß Geerd fort ist, aber nun muß das viele Herumtoben wirklich aufhören.“ Mama fand es auch schade - das rührte Ellen so, daß sie sich nur mit Mühe beherrschte. Als die Mutter wieder hinunterging, schlich sie sich leise zu Detlev hinein und setzte sich auf sein Bett. Sie umarmten sich immer wieder und weinten zusammen, dann sprachen sie noch lange von Geerd und wie nun alles verödet war ohne ihn. Seit Geerd fortging, war für Ellens Kinderzeit die beste Freude verloschen, und sie suchte mit tiefem Verlangen nach etwas, das ihr Leben wieder so ausfüllen sollte. Detlev kam nun auch aufs Gymnasium, er fand neue Freunde, die meistens rasch wechselten; die alte Kameradschaft zu dreien kam mit keinem mehr recht zustande. Die Mutter schränkte Ellens Freiheit auch immer mehr ein, sie fand jetzt mit einemmal, daß sie sich früher zu wenig um das Mädchen gekümmert hatte, und zwang sie viele von den schönen freien Nachmittagen mit einer Näharbeit im Wohnzimmer zu sitzen. Und Ellen haßte diese Art von Beschäftigung mit verzweifelter Unlust, es war fast noch schlimmer,
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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